A-Klub mit Schauraum “Weisses Hemd”

Social Design

Start-up: Ein Business-Klub mit Laden,
der echte Beteiligte voraussetzt.

Die Idee: Eine Form von Arbeitsklub mit einem Design-Laden für Businesskleidung, der von Arbeitsuchenden mit gegründet, aufgebaut und geführt wird. Reden wir bewusst nicht von Arbeitslosen, da die Projekt-Intention genau auf die Problematik der Bürokratisierung, Stigmatisierung und Verschüttung von Talenten abzielt und ein neues Handlungsformat entstehen könnte ...

„Alle reden von Wachstum und Beschäftigung. Suchen Sie Arbeit, neue Aufträge oder einen anderen Job? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich selbst neue Möglichkeiten zu schaffen? Und klar ist wohl auch, Sie sind nicht allein mit dem „Problem“. Gründen Sie doch vor Ort eine eigene alternative Arbeitsagentur für die Nachbarschaft!“

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Sie benötigen:

  • Teilnehmer und Talente, die Zeit haben
  • aktive Mitgründer, Mitglieder und Förderer
  • einen Ort, Geschäftsraum, Ladenlokal
  • Werbung vor Ort
  • Medien, Netzwerke

Der Projekt-Prozess

Der A-Klub gründet, baut auf und führt mit  einen Design-Laden für Businesskleidung. Der Laden wird in Eigenregie eingerichtet und gestaltet. Ein Ladenlokal mit Schaufenster sollte groß genug sein, um in der einen Hälfte Kleidung in einem Shopkonzept zu präsentieren und in der anderen Hälfte einen großen Konferenztisch für den Arbeitsklub als Meetingpoint und Vermittlungsagentur zu installieren.

Warum ein Schauraum „Weisses Hemd“?

Die gesellschaftlichen Ambivalenzen kommen in der Mode zum Ausdruck. Kleidung wird über Design und Marken definiert, Mode verkauft „Images“, Kleidung ist ein besonderer Symbolträger für die Bewertung von Personen. Das weiße Hemd als solches ist ein Symbol in der Wirtschaft, für Büro, Business, „reine Weste“, straighte Kompetenz, Aufstieg – nicht working class. Das Symbol wird hier als Imageträger – durchaus provokant – verwendet und gleichzeitig für den Klub als Nutzen effektiv gebraucht.

Jede/r Arbeitsuchende wird sich für Bewerbungssituationen in eine Form Berufschale werfen müssen und steht individuell vor dem Problem Wie und Was, die meisten haben wenig passendes. Der Laden kann als Produktpalette Hemden, Blusen, Anzüge, Kostüme, schlichte Bürokleidung sammeln und anbieten. Möglich wäre Secondhandware, aber auch Neuware auf Kommission – je nach Umsetzbarkeit. Möglich ist sowohl ein Verkaufskonzept als auch eine Form der „Kleiderei“, des Verleihens für kurze Zeit. Die Wahl der Produkte ergibt zudem den Nebeneffekt, das Kundenschichten angesprochen werden können, die Geld und Arbeit haben und sich Synergien bilden können.

Der „Arbeits-Klub“

Das Vorhaben benötigt viele verschiedene Qualifikationen und Talente: Vom TischlerIn, über den MalerIn bis hin zu Kaufmann/-Frau, VerkäuferIn, GestalterIn, Medienerfahrene, OrganisiererInnen, Putzkräfte etc. Gleichermaßen sind Freiberufler, die freie Arbeitskapazitäten haben, Minijobber, Hilfskräfte und Arbeit suchende Arbeitnehmer angesprochen, um sich  in eigener Sache zu engagieren.

Der A-Klub betreibt den Laden als Referenz für seine Qualifikationen und baut eine Kartei auf, um Arbeit zu vermitteln. Wie wäre eine etwas andere Setcard-Wand? Je nach Personengruppe und Interessen kann der Klub sich wie ein Businessnetzwerk auch Referenten einladen und Weiterbildungsveranstaltungen für Treffen organisieren. Der Laden bietet eine Designlounge als Anlaufmöglichkeit für Neuinteressierte und auch für Mitarbeitersuchende. Der Klub kann sich z.B. als Verein begreifen oder als Unternehmen mit Anteilsscheinen. Das Ladenprogramm bietet Möglichkeiten der Querfinanzierung des Vorhabens.

Starten …

Erst werden aktive Gründungsmitarbeiter gesucht, die den Laden aufbauen, eine Arbeitsbasis und Struktur schaffen. Ist ein Funktionsrahmen klar definiert, wird das Start-up wie ein Sozial-Unternehmen beworben. Von Anfang an sollten eine eigene Projekt-Website und Kommunikationsplattformen genutzt werden.

Chancen?

Wenn in der Nachbarschaft Bedarf besteht und davon gehe ich aus, öffnet sich für die Betroffenen Arbeitsuchenden ein neuer Möglichkeitsrahmen, der das individuelle Problem zu einem geteilten Potential umformen könnte. Ob die Idee in den Ort passt und sich eine nachhaltige Entwicklung ergibt, liegt in der Hand der Gründungsteilhaber und Mitnutzer. Der Künstlerberuf, in der Vorstellung als prekärer Arbeiter und Luxusunternehmer, bietet eine gute Projektionsfläche nach Außen, um als alternativer Gründer für das Projekt zu werben und dieses zu inszenieren ;-)

Als Künstler habe ich eine visuelle Vision für das Projekt und die Struktur, das Konzept. Ist der Begriff des Social Design angebracht? Schauen Sie sich um, ob was geht. Klein starten, darüber reden und einfach anfangen. Als Funktionär für die Sache, als Projektanschieber, als Gründer…