12 Jun

WordPress für Kunst und Kultur

Das WordPress ein cooles CMS ist, hat sich ja herumgesprochen. Blogs, Portfolios von Gestaltern/ Künstlern und Kulturseiten basieren darauf und gerade im Kunst- und Kulturbereich liegen viele Seiten auf dem kostenlosen wordpress.com Angebot. Am Wochenende war in Köln das WordCamp und ich hab‘ mich mal als Künstler und Webkonzepter unter die Entwickler und Nutzer gemischt. Es war eine tolle Atmosphäre, eine nette, hilfsbereite Gemeinschaft und es gab viele Anregungen zur Professionalisierung.

Meine Fragestellung: Ist WordPress eine in die Zukunft gerichtete und erleichternde Lösung für die Verflechtung von Portfolio, Blog und Shopsystem?

Es sind meist mehrere Baustellen und Webprojekte zu pflegen und die eigenen Seiten kommen zu kurz. Da wäre ein durchdachtes System gut: Offen für sich verändernde Anforderungen, technisch up-to-date, möglichst responsive für alle Displays und auch Social Media sind einfach integriert…

Top

  • Roundabout 25% aller Seiten im Internet nutzen schon WP…
  • Google listet WP-Seiten gerne und wenn diese mobile optimiert sind, haben sie die Nase vorn in der unendlichen Weite des Internets. Gefunden werden ist Trumpf!
  • Open Source und die Entwickler sind engagiert dran :-)
  • Vorgefertige Designs, sogenannte themes, können schnell mit Inhalt gefüllt werden. Eigene Gestaltung ist auf viele Arten möglich: a) das „theme“ bietet schon kleine Anpassungen an (machbar auch für newbies); b) von dem ausgewählten theme ein „child theme“ aufsetzen (einfach bis anspruchsvoll, je nach Anforderung); c) ein eigenes „custom theme“ programmieren (Ja. Zeit? Html5, Css3, PHP und allgemein Web know-how sollte man schon mitbringen.)
  • Funktionen, sei es nun für die Gestaltung oder die Administration, können über Plugins/ Werkzeuge zusätzlich integriert werden.
  • Als MultiSite können mehrere WordPress-Sites über ein Backend gepflegt werden. Vorteil: Aktualisierungen und Plugins/ Werkzeuge laufen übergeordnet für alle einmal, Netzwerke sind möglich etc. Nachteil: Eine Datenbank, ein Ausfallrisiko. Dann geht nix mehr für alle Sites. Und der Host-Server sollte schon eine gute Performance bieten für die schnelle Verarbeitung bei Datenmengen.

Das habe ich aus den Sessions mitgenommen:

GESTALTUNG

Wen es nicht stört mit vorgefertigten themes zu arbeiten und dieses auch alles bietet, was für das eigene Projekt benötigt wird, der ist schnell und gut auf dem Weg. Da bleibt vorher nur die Qual der Wahl: Es gibt tausende von theme-designs unter wordpress.org/ als freeware und natürlich zu kaufen. Auswahlkriterium: Wird das theme betreut, gibt es Aktualisierungen? Wenn nicht, gehen vielleicht beim nächsten WP-Update ein paar Sachen nicht mehr …

Das Child-theme-Dilemma: Bisher hat mich die Begrenzung geärgert, aber die komplette Programmierung eines custom-theme con gusto ist zeitaufwändig und komplex. Man nimmt mit dem Child-theme ja einiges aus den Aktualisierungen raus, damit die individuellen Anpassungen nicht überschrieben werden. So können Sicherheitslücken nicht geschlossen werden. Genau hinschauen bei updates und bald gibt es ein Plugin…

SICHERHEIT

WP-Sites werden gehackt … ach ja, die Sicherheitslücken. Auch kleine Websites sind Angriffsziele, weil meist Lücken über die Funktionen in der Breite gespäht und gehackt werden. Gruselig, aber schon ein kleiner JavaScript Eventhandler reicht. Also: Immer schön alle Aktualisierungen der WordPress-Version machen und auch bei Plugins etc. Immer die Datenbank sichern. Nur so viele Plugins installieren und aktivieren wie nötig, nicht alles ist safe ;-) und zuviel geht zu Lasten der Ladezeiten für die Site. Https ist schon eine Empfehlung, ist ein upgrade beim Host wert.

PERFORMANCE

Anfängerfehler oder durchweg ein Problem? Viele Websites haben zu lange Ladezeiten. In Zeiten der superschnellen Mbit-Leitungen ist das Thema in den Hintergrund getreten. Große Fotos und one-page Designs haben nun einmal mehr Datenvolumen, aber es lädt ja trotzdem fix. Ach, mobil ist das schon sehr ärgerlich (ländlich mit 1000er DSL auch ;-) und auch google findet schnelle Seiten netter. Auf jeden Fall Bilder optimieren auf die tatsächlich genutzte Größe und ein crazy lazy Plugin lädt das Sichtbare zuerst.

MULTISITE

Die Netzwerklösung für ein Backend über Websites, die zusammenhängen ist eine Empfehlung zur besseren Administration für etwas umfangreichere Präsenzen. Es bietet sich an, das Portfolio mit Blog und einem Shop zu verzahnen. Jede Site ist für sich eigenständig, aber im erweiterten Dashboard kann übergeordnet alles verwaltet werden. Gerade die Aktualisierungen und auch die Plugins sind so gut im Blick. Allerdings gibt es keinen übergeordneten Contentbereich mit Medienbibliothek. Der Server muss etwas mehr bieten. Verschiedene Domains werden per Domain-Mapping zugeordnet.

INHALTE ORGANISIEREN

Eigentlich klar: Vorher überlegen, Kategorien und Schlagworte nutzen und alles möglichst Benutzerfreundlich aufbauen. Da kam Monika mit ihrer Handtasche als Beispiel und hat ganz simpel charmant Info-Metawissen vermittelt. Wir schauen ja alle erstmal durch unsere eigene Brille und finden unsere Ordnung logisch (auch all over chaos ist Ordnung ;-). Wichtig ist zu überlegen, welche Infohappen man weitergeben möchte (also verlinkbar anlegen) und welche die Grundsortierung darstellen (Schnellzugriff!). Schlagworte und genau beschriebene Inhalte sind auch für die Suchmaschinenoptimierung wichtig.

Fazit

Gute Optionen, klein anfangen und weiter ausbauen ist möglich. Mein Hauptfokus war, überhaupt Aufbau-Möglichkeiten zu haben und den nächsten Website-Relaunch etwas entspannter angehen zu können, denn die Datenbasis bleibt ja erhalten. WooCommerce als Shopsystem sowohl für Produkte als auch für Digitales werde ich mir nochmal genauer ansehen.